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Lerne Pineapples Gründerin Debbie Moore kennen

Im Vorfeld unserer Zusammenarbeit mit Pineapple Studios haben wir uns etwas Zeit genommen, um Gründerin Debbie Moore kennenzulernen, die das Tanzstudio 1979 eröffnete.

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Jayne Bibby
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Debbie ist ein ehemaliges Model, das das Pineapple Tanzstudio in Londons Covent Garden in eine weltweit renommierte Marke transformierte und so zu einer erfolgreichen Unternehmerin aufstieg. Bereits zu Beginn unseres Treffens mit Debbie wurde klar, dass sie nicht nur die Gründerin, sondern auch die treibende Kraft hinter Pineapple ist, die sich nicht so leicht von ihrem Weg abbringen lässt. Wir wollten von ihr wissen, wie alles begann und welche Inspiration hinter Pineapple Dance Studios steckt.

„Ich war 15 Jahre alt und lebte in Manchester, als ich einen Wettbewerb gewann. Ich wurde zum neuen Honey Girl des Honey Magazines gekürt und erhielt einen Model-Vertrag bei der Sheelah Wilson Modelagentur. Einer meiner ersten Jobs führte mich nach Amerika. Ich reiste nach Washington und wurde auf dem Dach des Empire State Buildings für das Magazin fotografiert. Es war großartig und meine Modelkariere nahm Fahrt auf.“

Debbies Modelkarriere umfasste Shootings für Kataloge, Werbekampagnen fürs Fernsehen sowie Reisen um die Welt. So lernte sie Modefotograf David Grant kennen, den sie 1966 im Alter von 21 Jahren heiratete. „Sie drehten eine Dokumentation über uns mit dem Titel Model Couple. Wir waren die Jean Shrimpton und der David Bailey des Nordens", führt Debbie aus.

Es war jedoch im Jahr 1968, als Debbies Ehemann sie verließ, dass sie ihre Leidenschaft fürs Tanzen entdeckte. Der Schock und das Ende ihrer Ehe führten dazu, dass Debbie sehr schnell an Gewicht zunahm und sie gezwungen war, ihre Modelkarriere an den Nagel zu hängen.

Bei ihr wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt und der Arzt meinte, dass sie für den Rest ihres Lebens Thyroxin einnehmen müsse. Doch Debbie entschied sich, eine alternative Behandlung zu finden. „Ich war auf der Suche nach einer Heilung und ein Freund empfahl mir seinen homöopathischen Arzt. Der Arzt sagte, dass die schönste Art der Bewegung das Tanzen ist. Es ist die beste Möglichkeit, abzunehmen, denn beim Tanzen wird jeder Muskel in deinem Körper beansprucht. Zudem gleicht es einem Cardio-Training, die Musik hebt die Stimmung und es ist ein soziales Hobby, weil man mit vielen Leuten in Kontakt kommt. Es vereint alles. Es ist der beste Sport. Nimm unbedingt Tanzunterricht.“ Und so legte sie los.

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Debbie fand in der Floral Street in Londons Covent Garden ein kleines Tanzstudio, wo sie am Unterricht von der ehemaligen Strictly Come Dancing Jurorin Arlene Phillips teilnahm. „Dort gab es ein paar Lehrer, die Ballett, Jazz und Stepptanz anboten. Es war überfüllt und ein wenig heruntergekommen, aber ich sah meinen homöopathischen Arzt vor mir und befolgte seinen Rat. Ich nahm sehr schnell ab – meine überschüssigen Kilos verlor ich innerhalb von neun Monaten.“

Zu dieser Zeit war Debbie vom Tanzen und von dem Gefühl, das es in ihr auslöste, total begeistert. „Ich ging weiterhin zum Tanzunterricht, denn ich hatte nicht nur ein Problem mit meinem Gewicht. Ich war auch deprimiert und Tanzen sorgt für gute Laune und verbessert die Ausdauer.“ Doch 1978 entschied der Besitzer, das Studio zu schließen, um Platz für ein Sanctuary Spa zu machen.

„Das war für mich der Moment der Erleuchtung“, erklärt Debbie. „Ich dachte, ich muss irgendwo ein Tanzstudio eröffnen. Die Tänzer und die Tatsache, dass sie hart arbeiteten, brachten mich zum Staunen und inspirierten mich dazu, ihnen ein tolles Tanzstudio zur Verfügung zu stellen.“

Debbie wusste, dass sie ihr Studio im Covent Garden eröffnen wollte. Doch dadurch, dass zu dieser Zeit der Obst- und Blumenmarkt nach Südlondon umgezogen war und infolgedessen nichts als leere Lagerhallen übrig blieben, war Covent Garden eine verlassene Gegend geworden. Doch wenn sich Debbie erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, kann sie nichts mehr stoppen: „Ich fand eine der verfügbaren Lagerhallen – eine Lagerhalle für Ananas. Ich eröffnete mein Tanzstudio circa sechs Monate später.“

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Sobald Debbie ihre eigene Kleidungskollektion auf den Markt brachte, wuchs Pineapple zu einer Marke heran. Zu dieser Zeit wurden Tanz-Strumpfhosen noch aus Nylon-Piqué ohne Stretchanteil hergestellt und die Tänzer passten ihre Strumpfhosen an, damit sie besser aussahen. Debbie erklärt hierzu: „Die Mädchen kürzten die Beine ihrer Strumpfhosen und verwendeten Sicherheitsnadeln, um den Ausschnitt tiefer zu setzen und sexy auszusehen. Ich hatte also schon die nötige Inspiration, um großartige Tanzkleidung zu kreieren.“

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Da damals die Tanzkleidung nur aus Nylon oder Nylon-Lycra hergestellt wurde, war sich Debbie sicher, dass für die Verwirklichung ihrer Vision ein Wandel notwendig war. Also ging sie zu Du Pont, das Chemieunternehmen, das 1949 Lycra erfand, und erkundigte sich, ob für sie ein Baumwoll-Lycra-Mischgewebe hergestellt werden könnte. „Sie entwickelten für mich Baumwoll-Lycra-Stoff in verschiedenen Stärken, damit ich damit experimentieren konnte. Ich wollte eine Tanz-Strumpfhose und zugleich fußlose Strumpfhose kreieren und dieser Stoff war hierfür bahnbrechend, denn du konntest die Strumpfhose jetzt auch problemlos in deinen Alltags-Look integrieren. So wurde die Tanz-Strumpfhose zu einem modischen Kleidungsstück. Die Leute trugen sie jetzt auch unter der Jeans, fußlose Strumpfhosen wurden zu Leggings umfunktioniert und Tanz-Strumpfhosen mit Druckknöpfen wurden zu Bodys.“

Ab diesem Zeitpunkt wurde das Sortiment immer größer. „Wir ließen die Tanz-Strumpfhosen und Catsuits aus dem Baumwoll-Lycra herstellen und kurz darauf fragte ich mich, wieso nicht auch ein Baumwollrock, den man sich einfach überziehen kann, oder vielleicht auch ein Kleid? Die Anwendungsmöglichkeiten dieses sagenhaften Stoffes von Du Pont waren schier endlos und er revolutionierte die Art und Weise, wie sich Frauen kleideten.“

1982 ging Debbie mit ihrem Unternehmen an die Börse und war damit die erste Frau, die ein Unternehmen an der Londoner Börse einführte. Dieser besondere Moment wurde fotografisch festgehalten: Debbie in ihrer Trainingskleidung umgeben von Männern in Anzügen. „Ich tat diesen Schritt, um Geld für eine Eröffnung in New York zusammenzubekommen“, erklärt sie. Pineapple erwarb das allererste gewerbliche Eigentum in New Yorks Stadtteil SoHo. Es umfasste drei Stockwerke und befand sich in einem Gebäude mit 12 Etagen. „Das Gebäude wurde schließlich verkauft, aber wir waren acht Jahre lang in New York präsent und es war unglaublich, denn wir hatten einen großen Einfluss auf die Tanzszene in New York.“

2019 feierte Pineapple sein 40-jähriges Jubiläum. Welches Geheimnis steckt hinter dem Erfolg und der Langlebigkeit von Pineapple? „Ich besitze die Fähigkeit, das Rad ständig neu zu erfinden, denn ich lasse mich nicht von einer Zeitschleife gefangen nehmen. Als ich Pineapple eröffnete, habe ich einem Bedürfnis Rechnung getragen und ich wollte eine möglichst breite Zielgruppe erreichen. Die Beweggründe hinter Pineapple drehten sich nicht darum, viel Geld zu machen. Ich bewegte mich auf das Ende meiner Modelkarriere zu und wollte mich neu orientieren.“

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Sie setzt fort: „Bei Pineapple dreht sich alles ums Tanzen und Mode. Deshalb ist es so lebhaft und ständig im Wandel. Es waren die Tänzer, die mich inspiriert haben. Sie haben ihre Tanzkleidung immer ganz individuell angepasst und wir haben diesen Look auf die Straßen gebracht. Wir wissen immer als Erstes Bescheid, wenn ein Wandel bevorsteht.“

Wie würde Debbie rückblickend auf die vergangenen Jahre die Marke Pineapple heute definieren? „Wenn ich Pineapple mit drei Worten beschreiben müsste, so würde ich sagen: zugänglich, kultig und zeitlos. Mit „zugänglich“ meine ich jeden von 3 bis 93 Jahren – obwohl ich jetzt von 3 bis 103 Jahren sagen muss, da wir einen Tänzer im Alter von 97 Jahren haben, der am Unterricht teilnimmt. Wir mussten die Altersangabe also etwas weiter fassen!“, sagt sie lachend. „Pineapple hat buchstäblich die Zeiten überdauert und rückt immer wieder in den Fokus und jedes Mal noch stärker als zuvor.“

Schon bald kommt unsere Pineapple-Kinderkollektion in die Stores (und eine Kollektion für Frauen wird noch im Laufe dieses Jahres folgen). Was war bei dieser Kollektion für Debbie besonders wichtig? „Wir wollten eine Kollektion kreieren, die Pineapple wirklich authentisch repräsentiert und ich denke, dies ist uns mit Hilfe von Primark gelungen. Ich lege sehr viel Wert auf die Qualität der Stoffe. Deshalb habe ich mich versichert, dass sie sich weich anfühlen und über genügend mechanische Elastizität verfügen. Die Farben sind sehr schmeichelnd und ich stelle immer sicher, dass die Kollektion sowohl für Kinder als auch für Frauen altersgemäß ist. Ich werde dafür sorgen, dass jeder für sein Alter gut und angemessen gekleidet aussieht.“

Wie fühlt es sich für Debbie an, eine Pineapple-Kollektion bei Primark zu haben? „Ich war ein Primark-Fan der ersten Stunde“, erklärt sie. „Schon mit der Eröffnung wurde der Marble Arch Store in London mein Lieblings-Primark. Es ist einfach immer wieder eine Freude, Primark einen Besuch abzustatten. Du kannst dir jetzt sogar im Coffee Shop einen Kaffee holen. Und ich bin so glücklich darüber, dass Pineapple jetzt auch bei Primark vertreten ist. Ich wollte unbedingt eine Kollektion für Kinder und eine für Frauen entwickeln. Das haben wir geschafft und ich bin richtig begeistert!“

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