Stellungnahme Primarks zum SOMO/ICN Bericht

Frankfurt, 28.10.2014. Prinzipiell teilt Primark die Bedenken von SOMO und ICN zu den Arbeitsbedingungen in den südindischen Baumwollspinnereien. Primark widerspricht jedoch der Darstellung in diesem Bericht und auf der Website der Sulochana Spinnerei – Tatsache ist, dass Primark nicht von der Sulochana Spinnerei beliefert wird.

Fabriken, die in Primarks Auftrag Kleidungsstücke herstellen, beziehen nur von einer im Bericht genannten Spinnerei ihre Stoffe: der Jeyavishnu Spinntex Spinnerei. Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen sind dort grundsätzlich besser als in den anderen im Bericht untersuchten Spinnereien. Primark sieht aber auch bei dieser Spinnerei noch Verbesserungsbedarf. In kontinuierlicher gemeinsamer Arbeit wollen Primark und die Jeyavishnu Spinntex Spinnerei den Herausforderungen gemeinsam begegnen.

Primark teilt die Bedenken von SOMO und ICN zu den Arbeitsbedingungen in den südindischen Baumwollspinnereien. Primark begrüßt den Bericht und dessen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema.

In Bezug auf das Thema Arbeitsbedingungen kooperiert Primark sowohl mit der Industrie als auch mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Problematisch ist, dass die Handelsunternehmen und Einzelhändler, die letztendlich die Produkte verkaufen, oft keine direkte Beziehung zu den Spinnereien unterhalten. Diese beliefern in der Regel die Bekleidungshersteller, die ihrerseits dann an die Händler wie etwa Primark liefern. In der Konsequenz haben Einzelhandelsmarken wenig unmittelbaren Einfluss auf die Spinnereien. Primark ist sich dennoch der Verantwortung auch in dieser Hinsicht bewusst und versucht proaktiv die Verhältnisse entlang der gesamten Produktionskette zu verbessern.

Aktuelle Initiativen von Primark in der Region (Auswahl)

Im Jahr 2012 hat Primark das HERproject zur Verbesserung der Gesundheit von Frauen in Jeyavishnu eingeführt. Das Projekt wurde von den Arbeiterinnen gut aufgenommen und hat nachweisbar zu positiven Veränderungen geführt. Zudem hat das Unternehmen mit einem eigenen, auf entsprechende Audits spezialisierten Team die Jeyavishnu Spinnerei überprüft. Die Untersuchungen laufen zurzeit und bilden die Basis für weitere Maßnahmen.

Nicht zuletzt wird Primark so bald wie möglich sein „Fair Hiring, Fair Labour Program“ in der Spinnerei einführen. Auch hiervon versprechen sich die Beteiligten eine Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. Das Programm wurde 2012 gemeinsam mit Verité entwickelt. Verité ist eine internationale NGO und Mitglied der Allianz zur Beendigung von Sklaverei und Menschenhandel. Mit dem Programm sollen unter anderem Kapazitätsmanagementsysteme und interne Eigenkontrollsysteme eingeführt werden. Diese beinhalten einerseits praktische Richtlinien und Anleitungen für verbesserte und faire Anwerbungs- und Einstellungsverfahren. Andererseits sollen sie zu einer besseren Überprüfung der Arbeitsvermittler, dem örtlichen Management sowie der Unterkünfte führen.

In die Entwicklung des „Fair Hiring, Fair Labour Program“ flossen zentrale Punkte von Verité – etwa aus der  „Help Wanted Initiative“, die sich mit fairen Einstellungsprozessen für ausländischen Arbeitnehmer befasst, sowie den „Verité-Manpower Ethical Broker Standards“ – Richtlinien für faire Arbeitsvermittlungen.

Als Teil der Aktivitäten in Südindien wird sich Primark für eine flächendeckende Einführung seines „Fair Hiring Fair Labour Program“ sowie eine Verbesserung von Beschwerdeverfahren einsetzen.

Primark ist Mitglied der Ethical Trading Inititative’s Tamil Nadu Multi-Stakeholder Group. Diese Gruppe setzt sich für einen Aktionsplan zur Schaffung besserer Arbeitsbedingungen in der regionalen Textilindustrie und den Spinnereien ein. Primark ist Teil des Führungsgremiums der Gruppe und arbeitet an weiteren Maßnahmen zur Wahrnehmung der Interessen junger Frauen in der Textilindustrie.

Primark ist ebenfalls Mitglied eines südindischen Entscheidungsträgerforums, dem Tirupur Stakeholder Forum. Das Forum bringt Einzelhändler, NGOs, Gewerkschaften sowie einen Industrieverband, der Hersteller aus der Region vertritt, zusammen. Primark unterstützt die Arbeit des Forums insbesondere unter dem Gesichtspunkt, den Entscheidern vor Ort eigene Lösungsansätze zu ermöglichen und sie deren Umsetzung entsprechend steuern zu lassen.

Primark wird die Zusammenarbeit mit der Industrie und den NGOs weiter fortsetzen – immer mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in der gesamten Textilindustrie im südindischen Raum kontinuierlich zu verbessern.

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