Primark: Langfristige Entschädigungszahlungen vor dem Abschluss

31 März 2015

  • 95 % der Beschäftigten und Angehörigen haben Zahlungen in voller Höhe erhalten

  • Lediglich abschließende Zahlungen an kürzlich identifizierte Empfänger und Personen, die besondere Unterstützung brauchen stehen noch aus

  • Laufende Unterstützung wird fortgesetzt

Primark hat heute bekannt gegeben, dass es bislang über 95 % der langfristigen Entschädigungszahlungen an die 668 Arbeiterinnen und Arbeiter (und deren Angehörige) des Primark-Zulieferers New Wave Bottoms durchgeführt hat. Der Zulieferer hatte das zweite Stockwerk des achtstöckigen Gebäudes Rana Plaza in Bangladesch belegt, bei dessen Einsturz am 24. April 2013 Beschäftigte von New Wave Bottoms getötet oder verletzt wurden.

Die bisherigen Zahlungen belaufen sich damit auf insgesamt 14 Millionen US-Dollar. Davon entfallen 11 Millionen US-Dollar auf langfristige Entschädigungszahlungen, die vollständig und direkt durch Primark geleistet wurden. Die Auszahlungen an die Opfer erfolgten durch die Banken BRAC und bKash.

Die Zahlungen begannen vor 12 Monaten und wurden innerhalb eines Zwölfmonatszeitraums abgeschlossen. Eine sehr niedrige Zahl von Antragstellern hat bisher noch keine Entschädigungsleistungen erhalten, weil die betreffenden Personen entweder Unterstützung in großem Umfang benötigen und/oder weil die Opfer und/oder deren Angehörige sich erst vor kurzem gemeldet haben. Primark lässt bei den Entschädigungszahlungen große Sorgfalt walten. Die Opfer (oder ihre Angehörigen), deren abschließende Zahlungen noch ausstehen, werden von Primark unterstützt bis der formale Entschädigungsprozess abgeschlossen ist.

Primark stellt in Kooperation mit lokalen Partnern in Bangladesch sicher, dass sein Konzept zur Opferentschädigung konsequent und strikt umgesetzt wird. Ferner hat sich Primark während des gesamten Prozesses eng mit der internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) abgestimmt. Bestandteil des Entschädigungskonzepts von Primark waren auch medizinische Bewertungen und Bewertungen der Hilfsbedürftigkeit. Die geleisteten Zahlungen richteten sich nach dem Umfang der Verletzung und dem Behinderungsgrad, die infolge des Gebäudeeinsturzes eintraten. Im Fall der Angehörigen von verstorbenen und vermissten Arbeiterinnen und Arbeitern richteten sie sich nach versicherungsmathematischen Schätzungen des entgangenen Einkommens. Zudem hat Primark sich den komplexen Problemen zugewandt, die mit der Hilfsbedürftigkeit der Zahlungsempfänger und mit deren Fähigkeit zusammenhängen, große Geldsummen zu handhaben und zu verwalten.

Hierzu sagte ein Sprecher von Primark:

„Der Prozess hat einige Zeit in Anspruch genommen, weil das Unternehmen entschlossen war, ein möglichst gerechtes, gründliches und nachhaltiges Entschädigungskonzept umzusetzen. Rund 95 % der Zahlungen wurden bisher geleistet. Das Unternehmen unterstützt derzeit Opfer oder deren Angehörige in den wenigen Fällen, in denen die abschließenden Zahlungen noch ausstehen. Das Unternehmen möchte seinen Partnern für deren Hilfe und Unterstützung danken.“

Der Gesamtumfang der von Primark geleisteten Zahlungen beläuft sich momentan auf 14 Millionen US-Dollar. Die Restsumme von 3 Millionen US-Dollar umfasst Hilfszahlungen an Beschäftigte, die in dem Gebäude Kleidungsstücke für andere Einzelhändler gefertigt hatten. Diesen oder deren Familien hat Primark bereits ca. 2 Millionen US-Dollar in Form von materiellen Hilfsleistungen oder in bar zukommen lassen. Darüber hinaus hat das Unternehmen 1 Million US-Dollar in den Rana Plaza Donors Trust Fund eingezahlt. Dies ist ein Hilfsfonds unter Leitung der ILO, dessen Mittel an Beschäftigte der Zulieferer der Wettbewerber von Primark verteilt werden.

Primark hat die Vereinbarung zum Brandschutz und zur Gebäudesicherheit in Bangladesch („Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“) unterzeichnet, der zufolge Inspektionen von Fabrikgebäuden durchgeführt werden. Außerdem hat Primark eigene Prüfungen von Fabriken in Bangladesch durchgeführt, aus denen es Bekleidung bezieht.

Primark wird weiterhin das Wohlergehen der Opfer mit langfristigen Verletzungen oder Einkommensausfällen im Auge behalten. Dies geschieht im Verbund mit lokalen Partnern, die das Unternehmen in Bezug auf sein Entschädigungskonzept beraten haben.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

FleishmanHillard Germany

Daniel Konrad

+49 69 40 57 02 437

Daniel.Konrad@fleishmaneurope.com

Bettina Schröder

+49 69 40 57 02 231

Bettina.schröder@fleishmaneurope.com

Weitere Informationen

Primark war nach eigenem Kenntnisstand die erste Marke, die einräumte, dass einer ihrer Zulieferer im Rana-Plaza-Gebäude tätig war, und die zusagte, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Der Primark-Zulieferer belegte eines von 8 Stockwerken und betrieb eine von zahlreichen Fabriken in dem riesigen Gebäude. Primark gehörte zu den 28 Marken, die bestätigten, mit Bekleidung aus dem Gebäude beliefert worden zu sein.

Das Unternehmen sagte rasch zu, den Arbeiterinnen und Arbeitern in der Fabrik seines Zulieferers langfristige Entschädigungen zu zahlen.

Lebensmittel-Soforthilfe:

Innerhalb einer Woche nach dem Einsturz des Gebäudes leistete das Unternehmen einen Monat lang wöchentliche Lebensmittelhilfe für rund 1.300 Familien. Diese wurde über einen seiner NGO-Partner vor Ort organisiert.

Kurzfristige finanzielle Hilfe:

Anschließend stellte das Unternehmen allen Beschäftigten aus dem Rana-Plaza-Gebäude (oder deren Familien) kurzfristige finanzielle Hilfe bereit, um Härten zu mildern. Diese Finanzhilfe wurde an rund 3.600 Beschäftigte (oder deren Familien) ausgezahlt, die in der Mehrzahl Bekleidung für Wettbewerber von Primark hergestellt hatten. Der Hilfsbetrag entsprach neun Monatslöhnen und wurde in drei Raten ausgezahlt. Nach Primarks eigenem Kenntnisstand hat keine andere Marke ähnliche Zahlungen in die Wege geleitet.

Um die Entschädigungszahlungen durchführen zu können, musste das Unternehmen Daten der Beschäftigten – von denen meisten für Zulieferer anderer Marken arbeiteten – in einem Register erfassen. Dies war ein enormes logistisches Unterfangen. Nach eigener Einschätzung besitzt Primark dadurch die größte recherchierte Sammlung von Registerdaten über diese Beschäftigten.

Langfristige Entschädigung:

Das Unternehmen berief externe Experten, die ein detailliertes Konzept zur Entschädigung einschließlich medizinischer Bewertungen und Bewertungen der Hilfsbedürftigkeit erarbeiteten. Dabei war das Unternehmen bemüht, seine Aktivitäten und Verfahrensweisen transparent darzustellen. Sämtliche Details wurden dem von der ILO geleiteten Koordinationsausschuss (Coordination Committee) mitgeteilt, der die Umsetzung des „Rana Plaza Arrangement“ beaufsichtigt, in dem Maßnahmen als Konsequenzen aus dem Gebäudeeinsturz vereinbart worden waren. Primark stellt weiterhin Informationen zu den bislang eingesetzten Instrumenten der Bewertung medizinischer Bedürftigkeit und Hilfsbedürftigkeit bereit.

Primark hat unter der Federführung des Koordinationsausschusses für das Rana Plaza Arrangement seine langfristigen Zahlungen in Anerkennung der gestellten Ansprüche als Entschädigung geleistet. Gemäß einer mit dem Koordinationsausschluss getroffenen Vereinbarung hat Primark in den Einzelfällen, in denen Korrekturen nach oben erforderlich waren, diese Korrekturen vorgenommen. Dadurch wurde den Anforderungen des Koordinationsplans („Coordinated Scheme“) Genüge getan, die wiederum in Anlehnung an die ILO-Übereinkunft Nr. 121 zur koordinierten Befriedigung von Schadenersatzansprüchen formuliert wurden. Ebenso wurden alle Zahlungen durch Primark, die in Einzelfällen gegebenenfalls über die Anforderungen der Übereinkunft Nr. 121 hinaus geleistet wurden, als weitere finanzielle Hilfe für Beschäftigte von New Wave Bottoms und nicht als Entschädigungszahlungen betrachtet.

Es wurden Bewertungen der Schutzbedürftigkeit durchgeführt, bei denen besonders hilfsbedürftige Gruppen wie Witwen, Schwerverletzte sowie behinderte Arbeiterinnen und Arbeiter identifiziert wurden. Mithilfe dieser Bewertungen konnte Primark die Personen mit Bedarf an zusätzlicher Unterstützung identifizieren und ihnen entsprechende Hilfe anbieten, sodass sie weiterhin selbstbestimmt agieren konnten und Zugang zu ihren Entschädigungszahlungen hatten.

Bei den medizinischen Bewertungen und Bewertungen der Hilfsbedürftigkeit wurde Primark von folgenden Institutionen, Organisationen und Personen unterstützt: Dhaka University Institute of Vulnerability Studies and Disaster Management, Dhaka University Medical College, Ärzte des Complejo Hospitalario Universitario Juan Canalejo (La Coruna, Spanien), The Bangladesh National Womens Lawyers Association sowie Naripokkho, NGO-Partner von Primark für die Maßnahmenumsetzung. Primark möchte sich bei allen Genannten für deren Unterstützung über einen ausgedehnten Zeitraum bedanken.

Nach jüngsten Schätzungen von Primark werden am Ende des Prozesses 1.142 Personen, bei denen es sich entweder um Opfer oder um deren Angehörige handelt, Entschädigungen erhalten haben.

Freiwillige Rettungskräfte:

Primark hat außerdem erkannt, dass auch die freiwilligen Rettungskräfte, von denen viele bei ihrer Beteiligung an den Rettungsmaßnahmen des Rana-Plaza-Unglücks ihr Leben aufs Spiel setzten, der Unterstützung bedürfen.

Über einen seiner lokalen NGO-Partner hat Primark an einem Projekt zur „Heilung und Qualifizierung“ für 100 freiwillige Rettungskräfte mitgewirkt. Zu diesen freiwilligen Rettungskräften gehören etwa Studierende, örtliche Geschäftsinhaber, Textilarbeiterinnen und -arbeiter aus nahe gelegenen Fabriken oder Verwandte der Beschäftigten von Rana Plaza.

Im Zuge der Feststellung der Unterstützungsbedürftigkeit hat Primark außerdem schwerverletzten freiwilligen Rettungskräften medizinische Unterstützung [und langfristige Entschädigung] zukommen lassen.

Gebäudeinspektionen

Primark gehört zu den Unterzeichnern der Vereinbarung zum Brandschutz und zur Gebäudesicherheit in Bangladesch („Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“), die zwischen mehr als 190 Bekleidungsmarken und -einzelhändlern, internationalen und lokalen Gewerkschaften sowie NGOs geschlossen wurde. Die Unterzeichner der Vereinbarung führen Inspektionen von Fabrikgebäuden durch und treffen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie von Bangladesch. Zudem hat Primark eigene Prüfungen von Gebäuden in Bangladesch durchgeführt, um die Standsicherheit der Fabriken zu bewerten, aus denen es Bekleidung bezieht.

Weitere Informationen finden Sie unter www.primark-bangladesh.com

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