Primarks Partnerschaft mit CottonConnect und der Self-Employed Women’s Association veröffentlicht Ergebnisse des dritten Jahres

09 Februar 2017

Neue Zahlen belegen den überwältigenden Erfolg von Primarks Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle und seine positive Auswirkung auf die Lebensqualität von Baumwollfarmerinnen in Indien. Im Durchschnitt verdienten die Farmerinnen im dritten Jahr des Programms fast das Zweieinhalbfache (247%)¹. Viele nutzen das zusätzliche Einkommen, um in ihre Farmen, Unterkünfte, sowie in die Gesundheit ihrer Familie und die Bildung ihrer Kinder zu investieren.

Das 2013 gegründete Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle ist eine Partnerschaft zwischen Primark, den Agrarexperten CottonConnect und der indischen Gewerkschaft Self-Employed Women’s Association (SEWA). Das Programm schult Farmerinnen in Indien in nachhaltigen Anbaumethoden, sodass sie ein höheres Einkommen erzielen und ihren Lebensstandard verbessern können. Insgesamt nahmen in den ersten drei Jahren 1.251 Farmerinnen teil. Im Jahr 2016 weitete Primark das Programm um weitere 10.000 Farmerinnen über einen Zeitraum von sechs Jahren aus.

In Indien, dem weltweit zweitgrößten Produzenten von Baumwolle, spielen Frauen eine zentrale Rolle im Baumwollanbau. Obwohl Frauen laut Erkenntnissen des Internationalen Handelszentrums (ITC) 70 Prozent der Arbeit beim Pflanzen der Baumwolle und 90 Prozent der Ernte erledigen², erhalten Frauen in ländlichen Gebieten Indiens lediglich 78 Prozent des Lohns der Männer³. Indien belegt zudem Platz 130 unter 188 Ländern im Gender Inequality Index der Vereinten Nationen. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist damit eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung des Landes.4

Die Resultate des Förderprogrammes zeigen, dass sich ein langfristiges Engagement zur Unterstützung weiblicher Baumwollfarmer für das Wohl der Frauen, ihrer Familien und lokalen Gemeinschaften auszahlt:

  • So stieg der durchschnittliche Profit nicht nur um 247 Prozent
  • bei um 19,2 Prozent niedrigeren Anbaukosten, zugleich konnte der Umweltschutz deutlich verbessert werden.
  • Die Farmerinnen verwenden dank nachhaltiger Anbaumethoden im Schnitt 40 Prozent weniger künstliche Düngemittel und 44 Prozent weniger Pestizide.
  • Der Wasserverbrauch sank um 10 Prozent./li>

„Es ist eine Herausforderung, nachhaltige, dauerhafte Veränderungen für indische Baumwollfarmer zu erreichen. Das kann niemand allein schaffen“, sagte Alison Ward, CEO von CottonConnect. „Durch unsere Zusammenarbeit mit Primark und der SEWA konnten wir sehr gute Ergebnisse für die am Programm beteiligten Farmer, ihre Familien und lokalen Gemeinschaften erzielen. Für unseren Erfolg war es von elementarer Bedeutung, dass wir zunächst die Unterstützung der Dorfältesten und anderer Familienmitglieder gewonnen haben. Das ermöglichte einen wirklichen Kulturwandel. Die Frauen werden jetzt angehört und ihre Meinung respektiert. Sie entscheiden nun mit in den Belangen ihrer Familien und Gemeinschaften. Wir konnten erleben, was mit einer kleinen Gruppe von knapp über 1.000 Farmern möglich ist. Es ist offensichtlich, dass diese Herangehensweise viel Potenzial hat. Wir freuen uns darauf, was wir mit der nächsten Gruppe an weiblichen Kleinbauern erreichen können.“

Katharine Stewart, verantwortlich für ethischen Handel und Nachhaltigkeit bei Primark: „Langfristiges Ziel von Primark ist es, sämtliche Baumwolle innerhalb unserer Lieferkette aus nachhaltigen Quellen zu beziehen. Wir haben SEWA und CottonConnect angesprochen, da wir ein Projekt auf die Beine stellen wollten, das uns wertvolle Einblicke in die nachhaltige Produktion von Baumwolle gibt. Außerdem sollte es den Baumwollfarmern in Indien auch wirklich etwas bringen.“

„Uns war klar, dass wir für einen Erfolg des Programmes Experten direkt vor Ort benötigen, die das nötige Wissen und Kenntnisse haben, um auf richtige Weise mit den Farmern und ihren Familien in Kontakt zu treten“, so Stewart weiter. „Wir konnten so zeigen, dass nachhaltige Anbaumethoden sowohl gut für die Umwelt wie auch für die wirtschaftliche Lage der Farmer sind. Darüber hinaus hat das Programm das tägliche Leben für viele substanziell verbessert. Es hat den teilnehmenden Frauen mehr Mitsprache und mehr Gleichberechtigung innerhalb ihrer Gemeinschaften ermöglicht. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren noch mehr Frauen zu erreichen.“

Varsha Agola, eine der Farmerinnen, die an Primarks Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle teilnehmen: „Vor meiner Teilnahme am Programm wusste ich über den Anbau nur das, was ich selbst durch die tägliche Praxis lernte. Nach drei Jahren Schulung fühle ich mich jetzt als Expertin für Baumwollanbau. Mein Ertrag und mein Gewinn haben sich erhöht und mein Leben ist besser geworden. Meine beiden Kinder gehen jetzt in die Schule, und ich konnte uns ein neues Haus bauen, einen Traktor anschaffen und einen Kanal zur Bewässerung unseres Feldes anlegen. Ich wurde außerdem in die Verwaltung meines Dorfes gewählt und achte darauf, meine Erfahrungen weiterzugeben und andere Frauen zu ermutigen, ebenfalls an diesem Programm teilzunehmen.“

„In unserer Arbeit mit armen Frauen in ländlichen Gebieten Indiens haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine Beschäftigung sehr wichtig für die ökonomischen Möglichkeiten und Eigenständigkeit ist – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch, um Entscheidungen treffen zu können“, sagte Reema Nanavaty, Vorsitzende der SEWA. „In diesem Programm arbeitet die SEWA zum ersten Mal mit einem westlichen Unternehmen und Agrarexperten zusammen, um dauerhafte, nachhaltige Veränderungen für weibliche Farmer zu ermöglichen. Was uns am meisten begeistert, ist die positive Auswirkung des Programmes nicht nur auf die Farmer, sondern auf die gesamte dörfliche Gemeinschaft.“

Über das Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle von Primark

Primarks Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle hat im Zeitraum von 2013 – 2016 bereits 1.251 Farmerinnen in nachhaltigen Anbaumethoden geschult. Im Jahr 2016 ist das Programm um weitere 10.000 Frauen über einen Zeitraum von sechs Jahren ausgeweitet worden. Die Farmerinnen erhielten Schulungen und Unterstützung von CottonConnect- und SEWA-Experten vor Ort. Dies beinhaltete Kurse, Training auf den Feldern, sowie Lerngruppen. Dabei wurde den Farmerinnen Wissen über die für die jeweilige Fläche besten Anbautechniken vermittelt, einschließlich Wahl des richtigen Saatguts, Aussaat, Böden, Wasser und Pflanzenschutz, bis hin zu Ernte, Qualität der Fasern sowie Sortierung und Lagerung der geernteten Baumwolle. Dies beinhaltet zum Beispiel:

  • Die Nutzung unterschiedlicher Bewässerungssysteme, wie etwa Furchenbewässerung anstatt Flutung oder Mikrobewässerungsanlagen wie Sprinkler- oder Tropfsysteme. Manche davon erlauben es Farmern, 40 bis 60 Prozent weniger Wasser zu verwenden.
  • Bewässerungsmanagement, um den Pflanzen Wasser zum richtigen Zeitpunkt in wichtigen Wachstumsphasen zuzuführen
  • Der Einsatz der richtigen Menge an Düngemitteln, um die Qualität des Bodens zu erhalten, und die Produktion natürlichen Düngers zur optimalen Unterstützung des Pflanzenwachstums
  • Bodenuntersuchungen zur Bestimmung des passenden Karbongehalts in Erde und Dünger
  • Einsatz unterschiedlichen Pflanzenschutzes wie etwa natürliche/biologische Pestizide zum richtigen Zeitpunkt als Alternative zu chemischen Methoden
  • Behandlung von Pflanzenkrankheiten vor, während, und nach einem Befall, einschließlich Bepflanzungsdichte, Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, Behandlung von Bodenrückständen, um das Risiko der Verschleppung in die nächste Ernte zu minimieren, und den richtigen Fruchtwechsel

Die bisherigen Teilnehmerinnen erhalten nun ein weiterführendes Training durch die so genannte Farmer Business School. Dabei handelt es sich um ein Schulungsprogramm, das den Farmern grundlegende Finanz- und Managementkenntnisse vermittelt. Dies beinhaltet das Management von Produktionskosten, Buchführung, sowie die Organisation als Käuferkollektiv, um bestmögliche Preise für die erzeugte Baumwolle zu erzielen.

Hinweise für die Redaktion:

Über Primark

Primark betreibt mehr als 325 Stores mit insgesamt mehr als 69.000 Mitarbeitern in elf Ländern: Irland, Großbritannien, Spanien, Portugal, Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich, Frankreich, USA und Italien. Der erste Primark-Store in den USA wurde im September 2015 und der erste in Italien im April 2016 eröffnet. Primark bietet Mode in guter Qualität zu günstigen Preisen nach dem Motto „Amazing Fashion, Amazing Prices“.

Über CottonConnect

CottonConnect wurde 2009 gegründet und bietet Einzelhändlern und Markenunternehmen sowie Farmern einen marktorientierten Ansatz, der wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet und zugleich Armut reduzieren sowie die Umwelt besser schützen hilft. Weitere Informationen unter www.cottonconnect.org

Über die Self-Employed Women’s Association (SEWA)

SEWA ist eine 1972 registrierte Gewerkschaft für selbständige weibliche Arbeiter, die sich ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit oder durch kleine Unternehmen selbst verdienen. Weitere Informationen unter www.sewa.org

 

¹ Die Daten sind mehreren von CottonConnect und SEWA erstellten Feldbüchern entnommen. Als Vergleich diente eine Kontrollgruppe von 50 Farmern, die repräsentativ für die Baumwollindustrie in Gujarat ausgewählt wurden.

² Women in Cotton: Results of a Global Survey, Fachbeitrag 2011. Verfügbar unter: http://www.intracen.org/uploadedFiles/intracenorg/Content/Exporters/Sectors/Food_and_agri_business/Cotton/AssetPDF/Women%20in%20cotton%20-%209%2011%2011%20FINAL.pdf

³ India Census, 2011.

4 India committed to gender equality: Government tells UN, Economic Times, 2015. Verfügbar unter: http://articles.economictimes.indiatimes.com/2015-03-12/news/60047988_1_gender-equality-gender-budgeting-gender-perspective

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